Welche Herde verursachen Elektrosmog?

Elektrosmog
Elektrosmog

Welche Art von Herd (Induktion, Elektro mit Heizplatten bzw. Glaskeramikkochfeld, Gas oder Holz) erzeugt die geringsten elektromagnetischen Felder?

Antwort

Elektroherde, die mit Heizplatten oder Glaskeramikkochfeldern betrieben werden, erzeugen starke magnetische Felder. Noch größer ist die Belastung durch Induktionsherde. Wenig bis keine elektromagnetische Strahlung verursachen Gas- und Holzherde.

Der Grund für die hohe Strahlenbelastung durch Induktionsherde liegt in den Oberwellen. Diese besitzen hohe Frequenzen bis in die kHz-Zone und werden zusätzlich zu den verbreiteten Magnetfeldern mit 50 Hz abgestrahlt. Zusammen ergibt sich damit eine Magnetfeldstärke, die so hoch ist, dass sie erst nach einem Meter Entfernung in einem tolerierbaren Bereich liegt.

Ähnliche Phänomene zeigen sich bei Mikrowellengeräten mit Magnetfeldern von niedriger Frequenz und Mikrowellen von hoher Frequenz. In der Kombination resultiert daraus die vergleichsweise hohe Belastung, auch in größerer Entfernung. Ein Team von unabhängigen Experten der Baubiologie Maes hat Messungen durchgeführt und dabei besonders hohe Werte bei defekten Geräten festgestellt. Allerdings zeigen sich selbst bei intakten Geräten Werte von bis zu 200.000 nT in unmittelbarer Umgebung des Mikrowellengeräts, bzw. zwischen 2.000 und 15.000 nT in einer Entfernung von 30 cm . Über dem Grenzwert von 1000 μW/m2 lagen die besten Geräte innerhalb des ersten Meters, die schlechtesten noch nach bis zu 10 Metern. Insgesamt lassen sich Maximalwerte von bis zu 5 Millionen μW/m2 ermitteln. Aus diesem Grund sind Mikrowellengeräte in der baubiologischen Küche nicht empfehlenswert und können besonders bei schlechtem Wartungszustand zu hohen Strahlenbelastungen führen.

Gasherde verursachen aufgrund ihrer Bauweise keine relevante elektromagnetische Strahlung, einzig die elektrische Zündung könnte diesbezüglich eine Quelle darstellen. Es ist jedoch möglich, diese Zündung auch wegzulassen und stattdessen das Gas manuell mittels eines Feuerzeugs zu entzünden. Wenn kein Anschluss an eine Erdgasleitung besteht, kann mit Flüssiggasflaschen gekocht werden. Jene Flaschen können in oder auch vor der Küche gelagert werden. Da die Hitze beim Kochen mit Gasherd sehr genau reguliert werden kann, wird diese Form von Herd in Profiküchen bevorzugt. Außerdem kann so Energie gespart werden. Ein Nachteil von Gasherden liegt in der Entstehung von Verbrennungsgasen, die aber durch eine professionelle Lüftung oder Dunstabzug beseitigt werden können.

Holz ist der ursprünglichste Brennstoff in der Menschheitsgeschichte und wird auch heute noch für Heizungen und Herde genutzt. Ein Holzherd kann gleichzeitig als Kochstelle und Basis für eine Zentralheizung dienen. Aufgrund der beständigen Nachfrage bieten zahlreiche Hersteller vermehrt moderne und innovative Ausführungen an. Ebenso wie beim Gasherd ist wegen der Verbrennungsgase und des Rauchs für eine gleichmäßige Durchlüftung mit Rauchabzug zu sorgen.

Empfehlungen

Elektroherde fallen generell mit einer relativ hohen elektromagnetischen Belastung auf, besonders hoch ist diese allerdings bei Induktionsherden. Daher sind Heizplatten oder Glaskeramikkochfelder mit Infrarot- oder Halogen-Kochzonen besser geeignet. Eine Messung der Strahlenbelastung durch Elektrosmog vor dem Kauf ist ratsam.

Wenn sich ein Elektroherd nicht vermeiden lässt, sollte beim Kochen ein möglichst großer Abstand zum Gerät gehalten werden. Dies gilt besonders für Schwangere, da der Babybauch oftmals direkt an die Herdkante stößt. Auch wenn gerade nicht gekocht wird, besteht über die frontal häufig verbaute Digitaluhr eine Magnetfeldquelle.

Mikrowellengeräte sind besonders kritisch zu betrachten in Bezug auf elektromagnetische Feldstärke, daher sollten sie sehr sparsam eingesetzt werden. Wenn die Mikrowelle dennoch benutzt wird, empfiehlt es sich den Raum zu verlassen oder zumindest einen Abstand von mehreren Metern einzuhalten. Besonders Kinder sollten davon abgehalten werden, sich mit dem Gesicht direkt vor der Mikrowelle aufzuhalten.

Eine probate Möglichkeit zur Reduktion der Strahlenbelastung ist es, einen Holz- oder Gasherd anzuschaffen. Dabei muss eine ausreichende Lüftung vorhanden sein.

Im Umgang mit elektromagnetischer Strahlung ist zwar Vorsicht geboten, übertriebene Sorgen sind aber trotzdem nicht notwendig. Bei ausreichender Größe der Küche kann man leicht Abstand zum Herd halten bzw. verbringt man ohnehin nicht mehrere Stunden pro Tag in der Küche. Wenn der Elektroherd an einer Innenwand angebracht ist, sollte an der anderen Seite der Wand kein Schlafplatz vorgesehen sein.

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