Irritiert Elektrosmog den Körper?

Elektrosmog
Elektrosmog

Aber was ist das, was wir als Elektrosmog bezeichnen?

Hier handelt es sich um künstlich erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder im Nieder- und Hochfrequenzbereich. Während bei Haushaltsgeräten, sowie allen anderen Stromquellen, wie Strom- und Hochspannungsleitungen niederfrequente Schwingungen entstehen, erzeugen Radio-und Mobilfunksender, das WLAN, oder Bluetooth, sowie Ultra-Wideband (UWB), aber auch Mikrowellen hochfrequente Felder. Selbst Babyphone arbeiten mit dieser Technik. Dabei ist jede elektrische Leitung sowohl von einem elektrischen, als auch von einem magnetischen Feld umgeben. Schaltet man den Strom ab, bleibt die elektrische Spannung bestehen, das magnetische Feld aber erlischt.

Der Körper reagiert wie eine Antenne

Nicht nur die Geräte können sich gegenseitig stören, Elektrosmog wirkt auch auf den menschlichen Körper. Dabei unterscheidet man thermische und nicht-thermische Strahlung. Die biologische Wirkung elektromagnetischer Felder hängt von deren Frequenz ab. Dabei haben niederfrequente Felder aus der üblichen Stromversorgung des Haushalts andere biologische Auswirkungen als die Hochfrequenten, wie Mobil- oder Rundfunk.

Dennoch sind die Definitionen von Nieder- und Hochfrequenz nicht eindeutig festgelegt. In der Elektromedizin geht man in der Niederfrequenz von 0 bis 1000 Hertz, also 1 Kilohertz (kHz) aus. Die Mittelfrequenz bewegt sich ab 1 bis 300 Kilohertz. Letzte, die Hochfrequenz, hat somit mehr als 300 kHz. Andere Fachleute favorisieren niederfrequente Felder bei 0 bis 10 kHz anzusetzen, die Hochfrequenten ab 10 kHz bis in den Mikrowellenbereich von 300 Gigahertz (Ghz).

Die Wechselstromversorgung in unseren Haushalten liegt bei 50 Hertz, also im niederfrequenten Bereich. Im nahen Bereich zu Haushaltsgeräten wie Fernseher, Staubsauger oder Waschmaschine treten also elektrische und magnetische Wechselfelder auf. Mit zunehmendem Abstand zu den Geräten aber nimmt die Stärke der Felder stark ab und damit verringert sich auch die Wirkung auf den Organismus. Sie induzieren bei geringem Abstand zu den Geräten im Körperinnern elektrische Ströme.

Anders bei den hochfrequenten Feldern. Sie können sich auch von der Quelle lösen und im Raum ausbreiten. Beispiel Mobilfunk, der in Europa übliche GSM-Standard (Global System for Mobile Communications) arbeitet mit sogenannter gepulster elektromagnetischer Strahlung. Dabei werden die Informationen nicht mehr kontinuierlich, sprich analog, sondern zerstückelt übertragen, wodurch sich das elektromagnetische Feld 217 mal pro Sekunde ändert.
Es fehlen jedoch plausible biophysikalische Mechanismen für stärkere Auswirkungen des Mobilfunks auf den Organismus im nicht-thermischen Bereich.

Biologische Wirkung hochfrequenter Felder

Da sich Teilchen in einem hochfrequenten elektromagnetischen Feld sehr schnell im Takt der Frequenz bewegen entsteht durch ihre Reibung Wärme. Unter 1 Megahertz (MHz) erzeugen sie aber keine signifikante Erwärmung, können aber induzierte Ströme im Körper auslösen. Diese wird als Stromdichte, in Milliampere pro Quadratmeter (mA/m2), angegeben. Die normale Stromdichte im Gewebe beträgt 10 mA/m2. Bei einer Stromdichte von 100 mA/m2 können ungewollte Muskelkontraktionen auftreten.

Je niedriger die Frequenz ist. desto tiefer dringen hochfrequente elektromagnetische Felder in das Gewebe ein. Zwischen 1 MHz und 10 GHz können sie es erwärmen. Die spezifische Absorptionsrate wird in SAR (Maßeinheit: Watt/Kilogramm, W/kg) gemessen. SAR gibt die Leistung (Energie pro Zeit) an, die pro Kilogramm Gewebe absorbiert wird. Elektromagnetische Felder, wie sie für den Rundfunk verwendet werden, können in Hauttiefen von 10 bis 30 cm eindringen. Bei höheren Frequenzen ab 1 GHz, wie beim Mobilfunk, wird die Eindringtiefe ins Gewebe immer geringer. Auch die Körpergröße und weitere Faktoren, wie die Zusammensetzung des Gewebes beeinflussen den Absorptionsgrad.

Über 10 GHz dringen hochfrequente Felder nur noch in die Hautoberfläche ein, während ein kleiner Teil tiefer liegendes Gewebe erreichen kann.

Elektrosmog, eine Gefahr?

Nicht thermische Auswirkungen unterhalb der Grenzwerte konnten bisher ausgehend von elektromagnetischer Strahlung nicht nachgewiesen werden. Dennoch klagen viele Menschen in Zusammenhang mit Elektrosmog über Kopfschmerzen, Tinnitus oder Schlafstörungen.

Aussagekräftige Untersuchungen zur Schädlichkeit niederfrequenter und magnetischer Felder stehen noch aus. Soviel aber kann man sagen, es gibt zurzeit keinen Nachweis für die Vermutung, dass Personen, die hochfrequenten Feldern ausgesetzt sind, mit einer Senkung des Melatoninspiegels rechnen müssen. Auch für das Immunsystem relevante Zellen und Krebszellen werden offenbar nicht negativ von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern beeinflusst.

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