Wie gefährlich ist das neue Mobilfunknetz?

In diesem Jahr ist die neue Mobilfunktechnik an den Start gegangen. Millionen von Smartphone-Nutzern können bereits auf das 5G-Netz zurückgreifen. Die Innovation verspricht nicht nur ein schnelleres....
Wie gefährlich ist das neue Mobilfunknetz
Wie gefährlich ist das neue Mobilfunknetz

Wie gefährlich ist das neue Mobilfunknetz? Chance oder Gefahr durch 5G?

In diesem Jahr ist die neue Mobilfunktechnik an den Start gegangen. Millionen von Smartphone-Nutzern können bereits auf das 5G-Netz zurückgreifen. Die Innovation verspricht nicht nur ein schnelleres mobiles Netz, sondern soll auch völlig neue Anwendungen ermöglichen.

Ein großer Chancengeber, wie es auf den ersten Blick scheint.

Doch das neue Mobilfunknetz ist umstritten. „Keine Sorge, 5G ist sicher und unbedenklich!“ entgegnen die Netzbetreiber den kritischen Gegenstimmen.

Stimmt dies wirklich?

Schließlich bringt die technische Neuerung neben einer hohen Geschwindigkeit auch neue Frequenzen mit sich. Da höhere Frequenzen eine breitere Abdeckung mit Sendemasten erfordern, wurden zahlreiche neue Masten installiert.
Hierzu muss ergänzt werden, dass die Frage, welchen Effekt Handystrahlung auf den menschlichen Körper hat, seit Einführung der ersten Mobilfunkgeräte besteht. Mittlerweile gibt es hierzu zahlreiche Studien.

Ein partieller Anstieg der Körpertemperatur durch die Smartphone-Nutzung konnte dabei zwischenzeitlich nachgewiesen werden.

Schauen wir nachfolgend also einmal genauer hin.

Weshalb ist 5G umstritten? Das Problem der neuen Frequenz

Bisherige Mobilfunk-Frequenzen lagen unter 2,6 GHz (Gigahertz). Dies ändert sich nunmehr mit 5G. Hier sprechen wir über einen Frequenzbereich von 2,0 bis 3,7 GHz. Perspektivisch kommen wir dabei auf bis zu 60 GHz.

Wie bereits erwähnt, erforderte die höhere Frequenz aufgrund der geringeren Reichweite eine Erhöhung der Sendemasten-Anzahl, um dasselbe Gebiet abdecken zu können.

Hinzu kommt hier, dass die innovativen 5G-Sendestationen auf kleiner Fläche montierbar sind. Kennen wir Sendemasten bis dato von Türmen oder aus hügeligen Landschaften, findet man die 5G-Technik in kleinen Kästen, beispielsweise an Wänden, Laternen oder Bushaltestellen.

Man kommt der Strahlung somit viel näher als bisher. Folglich ist der Körper einer höheren Strahlung ausgesetzt. Ein hiermit einhergehendes Risiko wird seitens der Netzbetreiber dementiert. Begründet wird dies damit, dass die geltenden Höchstwerte streng eingehalten werden und der Nutzer somit geschützt sei.

Ohne repräsentative Langzeitstudien kann hier allerdings nur gemutmaßt werden. Wissenschaftler weisen klar darauf hin, dass Studien zu alten Frequenzbereichen sich nicht 1 zu 1 auf das 5G-Netz übertragen lassen.

Welche Neuerung bringt 5G noch mit sich?

Die Strahlung verteilt sich mit 5G anders als bisher. Grund dafür ist das sogenannte Beamforming. Dieses sendet die Signale von der Sendestation aus vor allen Dingen dorthin, wo sie benötigt werden. Hierdurch wird ein besonders schneller und effektiver Datentransfer ermöglicht.

Nun können diejenigen beruhigt aufatmen, die 5G nicht verwenden, denn die höchste Strahlenbelastung ergibt sich dadurch für die aktiven Nutzer.

Hierzu ergibt sich nun die Frage, wie man die aufkommende Strahlung am besten misst, um das Risiko umfassend einschätzen zu können. Denn schließlich ändert sich die auftretende Strahlung je nach Anwenderverhalten und gegebenenfalls auch nach dem Aufenthaltsort. Hieraus ergibt sich eine weitere Frage:

Wie wirkt Mobilfunkstrahlung auf den Körper?

Es handelt sich hierbei um elektromagnetische Strahlung. Diese gehört wie auch die Mikrowellenstrahlung zur Hochfrequenzstrahlung. Anders als Röntgenstrahlung oder radioaktive Strahlung ist diese nicht ionisierend.

Das bedeutet, ihre Energie reicht nicht aus, um unser Erbgut direkt zu schädigen. Eine gute Nachricht. Dennoch kann sie gesundheitliche Auswirkungen nach sich ziehen. Zur Debatte steht aktuell, ob die aufkommende Strahlung DNA-Reparaturprozesse stören kann. Dies wäre langfristig fatal.

Ein kleiner Einblick:

Wie auch Mikrowellenstrahlung versetzt Mobilfunkstrahlung Wassermoleküle in Schwingung. Dadurch entsteht Reibungswärme. Die Temperatur in den Zellen sowie im intrazellulären Raum steigt. Dies betrifft besonders die Körperareale, welche mit dem Handy direkt in Berührung kommen.

Die erwähnte Strahlung tritt in den Körper ein, sobald unser Smartphone sendet oder empfängt. Die Frequenz bestimmt dabei unter anderem, wie tief die Strahlung eindringen kann und welche Gewebe- bzw. Zellstruktur möglicherweise beeinflusst wird.

Strahlung dringt je nach Frequenz unterschiedlich tief in Gewebe und Materialien.
Es gilt hierbei: Je niedriger die Frequenz oder auch je länger die Wellenlänge ist, desto tiefer können Strahlen in das Gewebe eindringen.

Bei einer Frequenz unter 1 GHz beläuft sich dies auf wenige Zentimeter. In Hinblick auf den menschlichen Körper ist dies natürlich nicht wenig. Liegt die Frequenz über 10 GHz, vermag die aufkommende Strahlung -wenn überhaupt- nur noch wenige Millimeter einzutreten.

Für die 5G-Handystrahlung bedeutet dies somit:

Sie dringt im Gegensatz zu den veralteten Vorgängern aus dem 2G und 3G-Netz weniger tief in die Haut ein, denn sie nutzt eine höhere Frequenz.
Das 5G-Netz wird hierbei unter anderem Frequenzen aus dem 2GHz sowie dem 3,4 bis 3,7 GHz-Frequenzbereich nutzen. Ebenso sind Frequenzen im zweistelligen GHz-Bereich angedacht.
In Deutschland ist der Energiewert, welchen der Körper aufnimmt, dabei über die sogenannte spezifische Absorptionsrate (SAR) reglementiert. Er darf zwei Watt pro Kilogramm nicht übersteigen. Damit soll ein kritischer Temperaturanstieg von über einem Grad verhindert werden.

Forschungslage: 5G und Krebs

Zur Datenlage 5G und Krebs erregten kürzlich zwei Studien Aufsehen. Es handelt sich dabei um ein Forschungsprojekt des US-amerikanischen Toxicology Programs sowie um eine Studie des italienischen Ramazzini-Instituts an der renommierten Universität Bologna.

Die italienischen Wissenschaftler konnten hierbei eine erhöhte Anzahl an Gehirntumoren durch Mobilfunkstrahlung nachweisen. Auch in den USA kam man zu ähnlichen Ergebnissen.

Hier wurden 3.000 Mäuse und Ratten zwei Jahre lang jeweils 9 Stunden einer kontrollierten Handystrahlung ausgesetzt. Ein Zusammenhang zwischen Krebs und Handystrahlung konnte zumindest bei männlichen Tieren nachgewiesen werden.

Bedenken wir, dass der Strahlungsfaktor beim Menschen von Standort und genutztem Netz abhängt und damit schwer kontrollierbar ist, stimmen diese Ergebnisse nachdenklich.
Die beiden Institute haben die Agentur für Krebsforschung nunmehr aufgefordert, ihre bisherige Einschätzung zum Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung zu überdenken.

 

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