Elektrosmog wirkt sich auf Kühe aus

Elektrosmog Kühe
Elektrosmog Kühe

Anfang des Jahres startete die Universität Zürich einen Aufruf, auf den sich ca. 30 Landwirte gemeldet haben. Sie alle befürchten, dass Elektrosmog ihre Tiere krank macht.

Auf der eigens dafür eingerichteten Internetplattform „Nunis“ haben Bauern, die vermuten, dass ihre Kühe durch Elektrosmog erkranken, die Möglichkeit sich zu melden und ihren Verdacht zu äußern. Dabei sei es unerheblich, ob nun Handystrahlungen oder eine Hochspannungsleitung im Verdacht stehen. Die eingereichten Informationen werden von der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich gesammelt und später ausgewertet.

Michael Hässig, Professor der Veterinärmedizin an der Universität Zürich, sagt aus, dass es zwar keine zuverlässigen Zahlen über den Einfluss von nicht ionisierender Strahlung (NIS) und daraus resultierende Schäden gäbe. Es bestehe jedoch der Verdacht, dass NIS tatsächlich krank mache, mindestens aber körperliche Funktionen beeinflusse.

Dabei verweist Hässig auf eine neue Studie der Universität Zürich, in der Kühe Handystrahlen ausgesetzt wurden. Diesen wurde vor und nach der Bestrahlung sowie einen Monat später Blut abgenommen. Bei der Blutuntersuchung sei festgestellt worden, dass die Strahlung die Aktivität der Enzyme, die den pH-Wert im Blut regulieren, beeinflusst habe. Es sei allerdings nicht geklärt, ob diese Veränderung auch den gesundheitlichen Zustand beeinträchtige.

Im Jahr 2000 wurde der Fall von Hans Sturzenegger öffentlich und machte Schlagzeilen. Der Bauer klagte an, dass in seinem Stall ungewöhnlich viele Kälber am grauen Star leiden würden. Hässig erläutert, dass Sturzenegger bis zu zehnmal mehr blinde Kälber hatte als andere Bauern. Es konnte aufgezeigt werden, dass die Kälber der Kühe, die über einen längeren Zeitraum auf dem Betrieb gestanden haben, bereits im Bauch der Kuh erkrankten. Weshalb die Kälber tatsächlich krank wurden, könne nicht abschließend beurteilt werden, da die Faktenlage dafür zu gering sei.

Noch bis Ende des Jahres können betroffene Bauern ihre Beobachtungen auf „Nubis“ melden. Im Anschluss an die darauffolgende Auswertung der Angaben sollen entsprechende Maßnahmen erörtert werden. Hässig erklärt, dass eine vollständige Abschirmung zwar nicht möglich sei, es aber andere hilfreiche Maßnahmen gäbe.

Aber nicht nur „Nubis“ erhält Meldungen über kranke Tiere. Auch bei dem Schweizer Bauernverband (SBV) melden sich immer mehr Bauern, die einen Zusammenhang zwischen Strahlungen und ihren erkrankten Tieren vermuten, teilt Martin Rufer mit. Er befürwortet das Vorgehen der Forscher, betont aber, dass eine seriöse Abklärung dieser Meldungen wichtig sei, da diese Bauern bisher nicht immer ernst genommen worden seien.

Zusätzlich plant der SBV die Veröffentlichung zweier Merkblätter. Diese sollen im Mai erscheinen. Sie beinhalten nicht nur Ratschläge darüber, worauf bei Neuanlagen geachtet werden soll, sondern auch hilfreiche Tipps zum Vorgehen bei Problemen.

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