ELEKTROSMOG UND PHOTOVOLTAIK ANLAGEN

Photovoltaikanlage Elektrosmog
Photovoltaikanlage Elektrosmog

Besteht eine Gefahr für die Gesundheit durch Elektrosmog von Photovoltaikanlagen?

Elektrosmog, also elektromagnetische Strahlenbelastung, ist ein viel diskutiertes Thema. Seit dem Aufkommen der ersten großen elektrischen Anlagen, wie etwa Kraftwerke und Telegrafenmasten, äußern immer wieder Menschen Furcht vor den vermeintlich schädlichen Wirkungen der Elektrizität. Einige Menschen meinen zudem, besonders sensibel auf elektromagnetische Ströme zu reagieren. Für diese sogenannte Elektrosensibilität gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis, wohl aber subjektive Berichte.

Befürchtungen bezüglich möglicher Gesundheitsgefahren durch Elektrosmog führen auch dazu, dass Menschen beispielsweise keinen Telekommunikationsmast oder keine Hochspannungsleitungen in ihrer Nähe wollen. Und auch Photovoltaikanlagen werden deshalb heiß diskutiert. Denn unbestritten ist: Wo Strom produziert wird und fließt, kommt es auch zu elektromagnetischer Strahlung. Doch kann die wirklich schädlich sein?

„Elektrosmog“ kommt überall vor

Jedes Lebewesen hat ein (schwaches) elektromagnetisches Feld. Das ist größtenteils durch die Nervenaktivität bedingt, denn in Nerven fließt Strom. Es handelt sich dabei, von Ausnahmen wie den Zitteraal einmal abgesehen, um sehr schwache elektromagnetische Felder. Beim Menschen hat es in etwa eine Stärke zwischen 5 und 50 Millivolt pro Meter.

Und auch die Erde selbst hat ein elektromagnetisches Feld, das vielfach stärker ist als das des Menschen. Bei Gewittern ist es lokal sogar noch viel geladener. Somit gibt es immer eine Form von Hintergrund-Elektrosmog, also eine durchgehend vorhandene Belastung des Körpers durch elektromagnetische Strahlung. Aus diesen Fakten lässt sich ableiten, dass nur deutlich stärkere elektromagnetische Felder schädlich sein können – wenn überhaupt.

Grenzwerte verhindern schädliche Belastungen durch elektrische Felder

Mobilfunkmasten, die häufig als besonders schlimme Emittenten von Elektrosmog gesehen werden, erzeugen weit weniger Belastungen als Handys selbst. Und diese wiederum werden fleißig genutzt. Trotz dessen, dass sie messbare und andauernde Mengen an Elektrosmog absondern, gibt es keinen Nachweis einer etwaigen Schädlichkeit.

Das gleiche gilt für alle Haushaltsgeräte: So ist der Grenzwert bei 5000 Volt pro Meter angesiedelt, was in etwa dem 40-fachen der mittleren Feldstärke des Erdmagnetfeldes (130 Volt pro Meter) entspricht. Allerdings erreichen die meisten Geräte bei 30 Zentimetern Abstand kaum Werte von mehr als 200 Volt pro Meter – und damit unwesentlich mehr als das Erdmagnetfeld.

Bedeutsam ist bei der Beurteilung der Schädlichkeit des elektrischen Feldes eben auch der Abstand zum Gerät. Direkt an der Oberfläche ist das Feld am stärksten und damit auch eine mögliche Belastung. Die Stärke nimmt aber mit steigendem Abstand zum Quadrat ab.

Die genannte Grenzwerte, die mehr als gut einzuhalten sind, sowie der gewöhnliche Gebrauch eines Haartrockners beispielsweise, sollen mögliche und vermutete Schadwirkungen elektromagnetischer Felder schon im Keim ersticken. Verantwortlich ist hier das Bundesamt für Strahlenschutz.

Und wie viel Elektrosmog erzeugt eine PV-Anlage?

Eine Photovoltaikanlage selbst hat bei einem Abstand von circa einem halben Meter kein stärkeres Feld mehr als die Erde selbst. Die Feldstärken der PV-Anlage und der Erde sind dann nicht mehr zu unterscheiden. Somit ist die Solarzelle selbst definitiv harmlos. Einzig und allein der Wechselrichter einer Photovoltaikanlage kann stärkere Felder erzeugen. Wird dieser allerdings außer Reichweite, beispielsweise im Keller, installiert, lässt sich eine mögliche Belastung aber auch abstellen.

Auch das stärkere Feld beim Wechselrichter ist ein lokales: Abstand bedeutet auch hier, dass es keine nennenswerte Belastung mehr gibt. Insofern ist festzuhalten, dass der Elektrosmog von Photovoltaikanlagen keine Gesundheitsgefahr darstellt.

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